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Kommunales Wiederaufforsten

Fakten zum Projekt

 

Projekttyp: Land- und Forstwirtschaft

Projektstandort: Nicaragua

Projektstandard: Plan Vivo

Jährliche Emissionsreduktion: 624.216 t

Projektstart: Jänner 2010

In diesem Wiederaufforstungsprojekt in der Platanares Wasserscheide in der Gemeinde San Juan de Limay, Nicaragua, arbeiten kleinbäuerliche Familien zusammen, um ungenutzte Teile ihres Landes wieder aufzuforsten. Dank besserer Raumnutzung und nachhaltiger Nutzung der Waldressourcen wird die Waldfläche in der Nähe der Wasserscheide zunehmen und die Lebensqualität der Bewohner von Limay verbessert.

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Das Projekt

Diese Ziele sollen durch die Errichtung von mehreren kleinen Forstplantagen mit einheimischen Arten auf kleinbäuerlichem Land erreicht werden. Die Teilnehmer des Projektes besitzen ungenutztes Land und müssen nachweisen, dass die Teilnahme nicht mit ihren Lebensunterhaltsaktivitäten, vor allem Viehzucht und Landwirtschaft, in Konflikt geraten. Das Projekt umfasst ein Gebiet von 86 Quadratkilometer und wird ländliche Gemeinden unterstützen, welche dringend auf Hilfe angewiesen sind. Zudem schafft das Projekt Anreize, damit die Kleinbauern die Kontrolle über ihre Ressourcen behalten. Nicaragua ist das zweit ärmste Land der westlichen Hemisphäre mit einem BIP pro Kopf von 1.919 $ im Jahr 2019.

776 Kleinbauernfamilien haben 2200 Hektaren Wald wiederaufgeforstet, was 3143 Fußballfeldern entspricht.
 
Landnutzungsplanung um Wasserscheiden ist eine Schlüssel-Förderungsmaßnahme. Das Projektgebiet umfasst eine der wichtigsten Wasserscheiden in der Gemeinde San Juan de Limay, welche an saisonalem Wassermangel und Überschwemmungen leidet. Eine vergrößerte Waldfläche wird Wasser durch die trockene Jahreszeit speichern und Überschwemmungen in der Regenzeit minimieren. Das Projekt wird auch energieeffiziente Kochherde mit Kamin verteilen, die Rauch im Haushalt reduzieren. Dies hat insbesondere für Frauen eine positive Wirkung auf die Gesundheit.

Wir wollen die einzelnen Gemeinden solidarisch voranbringen, Familien Einkommensmöglichkeiten eröffnen, als Vorbild für andere dienen und nicht zuletzt ein Bewusstsein für Umweltfragen in der Bevölkerung schaffen.
Elsa Gonzales, Head Community Technician und Office Manager Taking Root Nicaragua

Das Projekt befasst sich mit den Ursachen der Entwaldung, sorgt für direktes und fortlaufendes dörfliches Engagement und technisches Training, und bietet finanzielle Vorteile für die Teilnehmer während des gesamten Projekts. Dies geschieht durch Zahlungen von Ökosystem-Dienstleistungen (PES) und Erträgen aus Holz und nachhaltigen forstwirtschaftlichen Produkten. Als Ergebnis wird dieser multi-facettierte Ansatz den Wald weniger schädigen dank Nachlassen des Drucks auf umliegenden, natürlichen Wald, während gleichzeitig quantifizierbare Mengen an CO₂ aus der Atmosphäre gebunden werden. Zudem werden die ökologischen und sozio-ökonomischen Bedingungen von Familien der Gemeinde San Juan de Limay verbessert.
Das Projekt trägt zu folgenden Sustainable Development Goals (SDG) bei:
SDG1
Keine Armut
Es erfolgen die Zahlungen an die 1357 Bauernfamilien, die von weniger als 2 US-Dollar pro Tag leben.
SDG4
Hochwertige Bildung
Durchführung von über 30.000 Workshops zum Kapazitätsaufbau, die Kleinbauern Bildung und Ausbildung bieten.
SDG5
Geschlechtergleichheit
Frauen machen 45 % des professionellen Teams aus, viele von ihnen in Führungspositionen.
SDG6
Wasser
Regeneration eines kritischen Wassereinzugsgebietes, das über 100.000 Menschen vor Dürre und Überschwemmungen schützen hilft.
SDG7
Saubere Energie
Aus dem Wald gefallenes Naturholz ist eine erneuerbare Energiequelle für die Küche.
SDG8
Menschenwürdige Arbeit
Zusätzliches Einkommen wird durch den Verkauf von Brennholz und hochwertigen Holzprodukten aus kleinbäuerlichen Wäldern geschaffen.
SDG10
Weniger Ungleichheit
Es wurden 2.900 Saisonarbeitsplätze pro Jahr geschaffen, von denen 80 % von landlosen Bauern gehalten werden.
SDG11
Nachhaltige Gemeinden
Es beteiligen sich 292 ländliche Gemeinden am Projekt.
SDG12
Nachhaltiger Konsum
Die Landwirte sequestrieren nicht nur CO2 und regenerieren Ökosysteme, sondern passen auch das Mikroklima an und senken die Temperaturen auf dem Bauernhof, um ihre Erträge zu schützen.
SDG13
Klimaschlutz
Bisher wurden 1.518.386 t COgespeichert.
SDG15
Leben an Land
Pflanzung von 10 Millionen einheimischen Bäumen, Wiederaufforstung von mehr als 6167 ha Land (entspricht 11.527 Fussballfeldern), Regeneration des Lebensraums und der lokalen Tierwelt.
SDG17
Partnerschaften
Alle Wälder, die in gleichberechtigter Partnerschaft mit Bauern, Gemeinden, lokalen Behörden, internationalen Gebern und dem Projektdurchführungsteam bewirtschaftet werden.
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© myclimate

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Wiederaufgeforstete Parzellen aus der Vogelperspektive. © myclimate

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Von der Baumschule auf die Farm: Ein frisch gepflanzter Baumsetzling. © myclimate

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Eine der Baumschulen des Projektes für den Anbau von Tausenden von Setzlingen. © myclimate

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Justina Gutierrez Munos, Bäuerin in Manisco, Nicaragua, hat 5000 Bäume im Jahr 2019 gepflanzt. © myclimate