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Kaffee-Kleinbauern in Nicaragua wappnen sich für den Klimawandel

Fakten zum Projekt

 

Projekttyp: Land- und Forstwirtschaft

Projektstandort: San Juan de Rio Coco, Nicaragua

Projektstandard: Plan Vivo

Jährliche Emissionsreduktion: 28.000 t

Projektstart: Februar 2019

Dieses Projekt hilft Kaffee-Kleinbauern – sie sind besonders vom Klimawandel betroffen – sich anzupassen, ihr Einkommen zu steigern und die ökonomische Nachhaltigkeit der Kaffeeindustrie in Nicaragua zu verbessern. Das kombinierte Einpflanzen von krankheitsresistenten Kaffeepflanzen mit anderen Baumarten stärkt die natürliche Widerstandfähigkeit der Anbaumethode, reduziert den CO₂e-Ausstoß und diversifiziert die Einkommensquellen.

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Das Projekt

Der Schattenanbau von Kaffee ist in Nicaragua ein wichtiger Teil der Existenzgrundlage. Allerdings haben die steigenden Temperaturen, welche vom Klimawandel herrühren, die Verbreitung eines Pilzschädlings namens Blattrost begünstigt. Dieses Phänomen bedroht das Einkommen von Millionen Menschen, die in Zentralamerika auf die Kaffeeindustrie angewiesen sind. Dies gilt auch für Nicaragua, dem zweitärmsten Land der westlichen Hemisphäre.

Die Krankheit lässt die Blätter der Kaffeepflanzen verfrüht abfallen, was die Ernte um 10-40 Prozent reduziert. Die Mehrheit der Kaffeebauern kann es sich nicht leisten, auf krankheitsresistente Sorten umzusteigen. Nicht nur benötigt das Umstellen auf verbesserte Sorten hohe Anfangsinvestitionen, die Bauer müssen auch mehrere Jahre warten, bis die neuen Pflanzen herangewachsen sind und eine Ernte abwerfen.

Zahlungen an Kleinbauern, die neue Kaffeebäume pflanzen, unterstützen die Bildung von neuen Kaffee-Agroforstwirtschaftssystemen in kühleren Höhenlagen. Dadurch werden diese weniger anfällig für Blattrost. Zusätzliche bietet das Projekt technisches Training für bestmögliche Produktionsmethoden, um Erträge zu steigern und um Schädlinge und Krankheiten in der Region zu kontrollieren. Dies beinhaltet das Umstellen von Agrochemikalien hin zu biologischen Produkten. Außerdem erhalten die Bauern verbesserten Marktzugang und erzielen so bessere Preise für ihren Kaffee. 

Das verwendete Agroforstmodell basiert auf einem Vier-Stufen-System. Dieses hilft den Ausbruch des schädlichen Pilzes zu verhindern, es isoliert große Mengen CO₂ und bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Wildtieren. Überdies werden Erderosionen, Überschwemmungen und Dürren verhindert sowie die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht.

Neben diesen ökologischen Nutzen, sichert das Projekt den Kleinbauern zusätzliche Einkommen dank Fruchtbäumen und Feuerholz, ermutigt die Frauen zur Teilnahme an den Rekrutierungstreffen in den Gemeinden und wirkt darauf hin, dass ein Teil der Gelder aus dem Projekt für Schulgebühren und -uniformen verwendet werden.

Das Projekt ist im Nicaraguanischen Hochland, San Juan Rio Coco – auf 500 Hektaren degradiertem Land – angesiedelt, mitten in einer Region, die sich prinzipiell gut eignet für den Anbau der Kaffeesorte Arabica. Trotzdem war es die meist betroffene Region nach einem Blattrostausbruch vor einigen Jahren. Die genaue Position jeder aufgeforsteten Fläche ist punktgenau geortet mit GPS-Technologie und auf Google Maps ist ersichtlich, welcher Bauer wie viele Bäume gepflanzt hat.

Die aufgeforsteten Pflanzen werden jährlich überprüft um sicherzustellen, dass die Bäume nach Plan wachsen. Bei dieser Kontrolle wird jeder abgestorbene Baum ersetzt.

Bisher Erreichtes
  • Mehr als 3,9 Millionen US-Dollar werden an die Gemeinschaften von 855 Bauernfamilien gezahlt, deren Mitglieder von weniger als 2 US-Dollar pro Tag leben.

  • Durchführung von über 30.000 Workshops zum Kapazitätsaufbau, die Kleinbauern Bildung und Ausbildung bieten.

  • Frauen machen 45 % des professionellen Teams aus, viele von ihnen in Führungspositionen.

  • Regeneration eines kritischen Wassereinzugsgebietes, das über 100.000 Menschen vor Dürre und Überschwemmungen schützt.

  • Aus dem Wald gefallenes Naturholz ist eine erneuerbare Energiequelle für die Küche.

  • Zusätzliches Einkommen wird durch den Verkauf von Brennholz und hochwertigen Holzprodukten aus kleinbäuerlichen Wäldern geschaffen.

  • 2000 Saisonarbeitsplätze pro Jahr, von denen 80 % von landlosen Bauern gehalten werden.

  • 236 am Projekt beteiligte ländliche Gemeinden.

  • Die Landwirte sequestrieren nicht nur CO₂ und regenerieren Ökosysteme, sondern passen auch das Mikroklima an und senken die Temperaturen auf dem Bauernhof, um ihre Erträge zu schützen.

  • 894.170 t gespeichertes CO₂.

  • Pflanzung von 5,3 Millionen einheimischen Bäumen, Wiederaufforstung von mehr als 2971 ha Land (entspricht 5553 Fußballfeldern), Regeneration des Lebensraums und der lokalen Tierwelt.

  • Alle Wälder, die in gleichberechtigter Partnerschaft mit Bauern, Gemeinden, lokalen Behörden, internationalen Gebern und dem Projektdurchführungsteam bewirtschaftet werden.

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© myclimate

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Der Schattenanbau von Kaffee ist in Nicaragua ein wichtiger Teil der Existenzgrundlage und reduziert CO₂. © myclimate

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Vier-Stufen-System: Kaffeebaum, Bananen- und Fruchtbäume, sowie einheimische Schattenbäume. © myclimate

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Die Kaffeebohne ist der Samen des Kaffeebaums. Die roten Früchte sind kirschenähnliche Steinfrüchte mit meist zwei Samen. © myclimate

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75-80% des weltweit produzierten Kaffees ist Arabica Kaffee. © myclimate

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Schmetterling in Bananenstaude. Das Projekt fördert die Artenvielfalt. © myclimate

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Das Pflanzen verbesserter Sorten benötigt hohe Anfangsinvestitionen. © myclimate