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Biogas für ländliche Haushalte

Fakten zum Projekt

 

Projekttyp: Erneuerbare Energie

Projektstandort: Indien

Projektstandard: Gold Standard VER

Jährliche Emissionsreduktion: 54.217 t

Projektstart: März 2014

Hauptziel des Programms ist der Bau von Biogasanlagen als saubere und nachhaltige Energiequelle für Haushalte in ganz Indien. Das aus Kuhdung gewonnene Biogas soll die gegenwärtig verwendeten Brennstoffe wie Feuerholz oder Kerosin ersetzen.

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Das Projekt

Das erste Projekt, das im Rahmen dieses Programms realisiert wird, umfasst den Bau von Biogasanlagen in 6.900 Haushalten in der Region Gulbarga, im Yadgir Distrikt und im Bidar Distrikt im indischen Bundesstaat Karnataka.

Über 1.500 Biogasanlagen wurden im ersten Projektjahr installiert und den Familien übergeben.
 
In die Biogasanlagen werden Tierdung und Küchenabwasser gefüllt. Das Biogas, das durch die Vergärung entsteht, wird zum Kochen verwendet. Der hochwertige Bio-Dünger, der nach der Vergärung übrigbleibt, ersetzt chemische Düngemittel. Traditionellerweise wird in der Region mit Feuerholz und Kerosin in ineffizienten Feuerstellen mit einem thermalen Effizienzgrad von lediglich acht bis zehn Prozent gekocht. Die kleinen Einkommen verunmöglichen es den Familien jedoch, den traditionellen Brennstoff Holz zu ersetzen, was bereits zur Abholzung der Wälder im Bundesstaat Karnataka geführt hat. Neben der Verminderung der Abholzung und der Reduktion des Treibhausgasausstoßes hat der Bau von Biogasanlagen zudem nachhaltig positive Auswirkungen auf die Lebensumstände der Bevölkerung. Erstens verringert sich durch den Wegfall der Holzsammlung die Arbeitslast für Frauen und Kinder und zweitens nimmt die gesundheitliche Belastung durch Rauchverschmutzung in den Häusern ab. Die Biogasanlage hat eine Kapazität von zwei oder drei Kubikmetern abhängig einerseits von der Anzahl und Art der Rinder, die zu einem Haushalt gehören und andererseits von der Anzahl der Personen im Haushalt.

Wir haben eine Vision: Wir wollen die Elemente der Natur mit der Kraft des Menschen in Einklang bringen, um eine unerschöpfliche Quelle erneuerbarer Energie für eine schönere Welt zu schaffen.
Vidya Sagar, Geschäftsführer der SKG Sangha

Der Bau von Biogasanlagen in ländlichen Haushalten reduziert Treibhausgasemissionen an drei Orten: Erstens entweicht bei der Vergärung des Dungs in Zisternen das Methan nicht mehr in die Luft. Zweitens kann dieses Methan als Brennstoff genutzt werden, wodurch das Verbrennen von Feuerholz entfällt. Drittens ersetzt der übrig bleibende Bio-Dünger chemische Düngemittel, dessen Produktion und Transport ebenfalls entfällt. Außerdem führt der Bio-Dünger nicht wie chemischer Dünger zur Degradation des Bodens und hat überdies einen dreimal höheren Nährstoffgehalt als normaler Tierdung. Projektpartnerin ist die erfahrene indische Nicht-Regierungsorganisation SKG Sangha. Sie gewährleistet die Koordination des Programms in ganz Indien und baut die Biogasanlagen in direkter und nachhaltiger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, also mit den Endnutzern der Anlagen. Die SKG Sangha hat bereits über 20 Jahre Erfahrung im Bau von Biogasanlagen. So hat SKG Sangha die Biogas-Technologie bereits in diversen ländlichen Gebieten erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt und ist bestrebt, die Technologie stets zu optimieren und den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Bevölkerung anzupassen.

Das Projekt trägt zu folgenden Sustainable Development Goals (SDG) bei:
SDG1
Keine Armut
Dank dem Gebrauch des selbst produzierten organischen Düngers (Slurry) kann die Abhängigkeit der Kleinbauern von chemischen Düngemitteln vermieden und somit die finanzielle familiäre Situation verbessert werden.
SDG2
Kein Hunger
Bisher produzierten die Biogasanlagen 181.580 Tonnen Biodünger und reduzierten somit 4242 Tonnen chemischen Dünger, was zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beiträgt.
SDG3
Gesundheit
43.500 Personen profitieren seit Projektbeginn von besserer Luftqualität.
SDG4
Hochwertige Bildung
Weil das zeitintensive Sammeln von Feuerholz entfällt, haben Kinder mehr Zeit, die Schule zu besuchen und Hausaufgaben zu machen. Fast 3,5 Stunden täglich können so zusätzlich pro Familie genutzt werden.
SDG5
Geschlechtergleichheit
Nur Frauen sind bemächtigt, eine Biogasanlage zu kaufen und zu besitzen. Dies hilft, das Machtverhältnis in der Familie auszugleichen und die Stellung der Frauen zu stärken.
SDG7
Saubere Energie
Über 6.890 Biogasanlagen wurden seit Projektstart installiert.
SDG8
Menschenwürdige Arbeit
Es wurden 87 permanente Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung geschaffen und über 7.600 Leute im Umgang mit Biogasanlagen geschult.
SDG12
Nachhaltiger Konsum
Die Verwertung des organischen Abfalls trägt zu einem nachhaltigen Abfallmanagement bei. 
SDG13
Klimaschutz
Jede Biogasanlage vermeidet 6.5 Tonnen CO₂ und 5.3 Tonnen Holz pro Jahr.
SDG15
Leben an Land
Das Programm hat bisher 174.704 Tonnen Holz eingespart und somit 2.393 Hektaren Wald vor Abholzung bewahrt.
SDG17
Partnerschaften
Das Programm ermöglicht den Transfer, die Verbreitung und Implementierung von umweltfreundlichen Technologien in Indien.
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Dank dem Wechsel von chemischem auf organischen Dünger haben Kallappa Markal und seine Tochter Malasri eine bessere Ernte. © myclimate

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© myclimate

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Shashikala und ihre Familie finden den Wechsel vom Kochen mit Feuerholz zur Biogasanlage essenziell, weil die saubere Energie ihre Gesundheit nicht gefährdert. © myclimate

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Shantabi ist begeistert von ihrer Biogasanlage. Früher musste sie täglich 2 km laufen - mit dem gesammelten Feuerholz auf dem Kopf. © myclimate

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Die Kuppel wird unsichtbar, weil sie mit Erde bedeckt wird. Das Methan kann nur durch die Leitung hindurch entweichen, die direkt zur Küche führt. © myclimate

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Früher mussten sie mit Holz kochen und zuvor Feuerholz sammeln. Mit Biogas geht das Kochen jetzt schneller und ist sauberer. © myclimate

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Das Biogas wird zum Kochen benutzt. Der hochwertige Bio-Dünger, der nach der Vergärung übrig bleibt, ersetzt chemische Düngemittel. © myclimate

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Eine Biogasanlage wird von lokalen Arbeitern und unter Mithilfe der Familie konstruiert. © myclimate